Datei:2016-09-23 5 Punkte Gedenken geschwärzt.pdf

Aus Archiv der Aktion 3.Welt Saar
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Erinnern statt vergessen. Fünf konkrete Vorschläge für ein würdiges Gedenken an Samuel Yeboah

Seit 25 Jahren weigert sich die Stadt Saarlouis in angemessener Form an Samuel Yeboah zu erinnern, obwohl er ein Bürger dieser Stadt war. Angemessen heißt für die Aktion 3. Welt Saar und den Saarländischen Flüchtlingsrat, den Brandanschlag vom 19. September 1991 im Kontext des gesellschaftlichen Rassismus und wie man ihm begegnen kann, zu thematisieren.

Wir begreifen dies nicht nur als eine notwendige Erinnerungsarbeit, sondern auch als ein Nachdenken darüber, dass Rassismus in diesem Land Alltag ist und sich keineswegs auf rechtsradikale Gruppierungen beschränkt. Er ist tief in der Mitte der Gesellschaft verankert. Eine bewusste Entscheidung der Stadt Saarlouis für ein würdiges Gedenken an Samuel Yeboah wäre somit auch ein starkes Zeichen für eine offene Gesellschaft, an der alle teilhaben können.

Angesichts des 25. Todestages von Samuel Yeboah präsentieren wir einen Fünf-Punkte-Forderungskatalog, dessen Vorschläge ohne größeren organisatorischen und finanziellen Aufwand umgesetzt werden könnten. Gleichzeitig schlagen wir der Stadt Saarlouis vor, diese Vorschläge mit uns und allen Gruppen umzusetzen, die in den letzten Jahren die Erinnerung an das rassistische Verbrechen wachgehalten haben. Wir regen an:

1. Gemeinsam mit der Stadt und Interessierten soll es alle 1-2 Jahre eine öffentliche Gedenkveranstaltung geben. Vorbild sind die Städte Mölln und Solingen.

2. Schulen und Schulklassen sollen sich im Unterricht und in Projekten mit den damaligen Ereignissen beschäftigen und erarbeiten, was dies für heute bedeutet.

3. Einen öffentlichen Wettbewerb für eine Skulptur zum Gedenken an Samuel Yeboah auszuschreiben.

4. Eine Straße nach Samuel Yeboah zu benennen.

5. Die Stadt Saarlouis erinnert in geeigneter Form im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit an Samuel Yeboah, zum Beispiel auf ihrer Webseite.

Zum Hintergrund: Obwohl Samuel Yeboah als eines der ersten Todesopfer rassistischer Übergriffe in Westdeutschland nach der Wiedervereinigung gilt, hat sich die Stadt Saarlouis nie zu diesem rassistischen Verbrechen verhalten. Die Erinnerung an Samuel Yeboah wird bis heute vor allem von Gruppen aus der antifaschistischen und antirassistischen Bewegung wachgehalten. So veröffentlichte der „Runde Tisch für ein öffentliches Gedenken an Samuel Yeboah“, an dem unsere Organisationen teilnahmen, schon vor 10 Jahren die oben genannten Forderungen zum ersten Mal. http://www.asyl-saar.de/medien/flyer_samuel.pdf

Saarlouis und Losheim am See, 23.09.2016

Medienkontakt: Roland Röder 06872 / 9930-56,

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