Datei:2012-08-31 (8) pe fcs brunnenbohren in afrika.pdf

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31. August 2012 Nr. 8

Zur Ankündigung des 1.FC Saarbrücken, nach dem Versorgungsdesaster im DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 Brunnen in Afrika zu bohren:

Bratwurst statt Brunnen - Finger weg von Afrika! Besser sich von afrikanischen Experten entwicklungspolitisch helfen lassen

„Das hat Afrika wirklich nicht verdient. Ausgerechnet der 1. FC Saarbrücken, der die eigene Wasserversorgung von Fußballfans nicht geregelt bekommt, will jetzt andere mit seinem Unvermögen glücklich machen.“ So kommentiert Alex Feuerherdt von der Aktion 3.Welt Saar die Ankündigung des saarländischen Fußballvereins, als Entschädigung für das Versorgungsdesaster im DFB- Pokalspiel gegen Schalke 04 (0:5) am 19.August, nun in Afrika Brunnen zu bohren. Vor zwei Wochen stand für das Gros der knapp 30.000 Zuschauer/innen bei fast 40 Grad Außentemperatur kein Wasser zur Verfügung. Über 80 Personen kollabierten deshalb und mussten von Ärzten und dem Deutschen Roten Kreuz behandelt werden.

Dabei überstieg die Besucherzahl nicht einmal diejenige eines normalen Stadtfestes in Saarbrücken, Trier, Mainz, München, Köln, Berlin oder Hamburg. Gleiches gilt für kleinere regionale Feste, die häufig ehrenamtlich von Vereinen geschultert werden wie etwa das Viezfest in Merzig im nördlichen Saarland. Überall ist die Wasserversorgung der Gäste geregelt. Nur der 1.FC Saarbrücken hat damit offenkundig ein Problem. „Übrigens: Auch bei Festen in afrikanischen Ländern klappt es mit der Wasserversorgung“, so Feuerherdt weiter. Unserer Ansicht nach sollte der 1.FC Saarbrücken Experten und Expertinnen aus Afrika einladen, damit diese den Verein und den Ludwigspark entwicklungspolitisch auf den neuesten Stand bringen. Es ist offensichtlich, dass es hier auf deutscher Seite an Know-how fehlt.“

Apropos Afrika: Der Kontinent besteht aus 54 Ländern, von denen die meisten größer als Deutschland sind. In der Darstellung des 1.FC Saarbrücken jedoch ist der Kontinent Afrika eine Art „Land um die Ecke“. „Statt jetzt auch noch Menschen in Afrika mit dem eigenen Unvermögen zu belästigen, sollte der Verein seinen treuen Fans besser fünf Spiele lang freien Eintritt gewähren und jeweils eine Bratwurst schenken. Dies scheint mir als aktiver Fußballfan die beste Lösung zu sein“, so Alex Feuerherdt.

Siehe auch: Saarbrücker Zeitung, 31.8.2012 http://goo.gl/ofGKn

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