Datei:2007-02-12 (4) pe-bushido 2007.pdf

Aus Archiv der Aktion 3.Welt Saar
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12. Februar 2007 Nr. 4

Zur aktuellen Diskussion um Bushido–Konzerte in Saarbrücken und anderswo:

Gegen Konzertverbot – Eine Bühnenshow mag schlecht sein, aber sie ist nicht die Realität

Konservatives Weltbild: Sex ist für Bushido nur als Strafe vorstellbar

„Ich bin gegen eine Konzertabsage und kann die Aufgeregtheit nur schwer verstehen. Was er macht, ist die Inszenierung einer Bühnenshow. Nach dem Konzert geht das Leben weiter wie vorher. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, einen Film oder ein Theaterstück, die einen Mord zeigen, zu verbieten.“ So kommentiert Kathrin Schank, Jugendbeauftragte der „Aktion 3. Welt Saar“, die emotional geführte Diskussion um den Auftritt des Rappers Bushido am 22. Februar in Saarbrücken und um seine Auftritte in anderen Städten.

„Verbote und moralische Appelle sind der falsche Weg und verhindern letztlich eine notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Kunstfigur Bushido. Bushido ist für mich ein spießiger, konservativer Aufschneider mit einem aufgesetzten hippen Habitus“, so Schank. Sex ist beispielsweise in vielen seiner Songs durchweg mit Strafe und Bestrafung verbunden und nicht mit Erotik und Sinnlichkeit. Sex als etwas Negatives zu sehen aber ist das Markenzeichen konservativer Moralapostel und religiöser Eiferer.

Seine Selbstinszenierung als Unterschichtenjunge und Ghetto-Rapper ist aufgesetzt und wird nur aus Imagegründen betrieben. In Deutschland gibt es seit 1945 keine Ghettos mehr. Vorher wurden in deutschen Ghettos Juden und Jüdinnen zusammen gepfercht und in die KZ’s transportiert.

Die Gewalt, die Bushido auf der Bühne rappt, ist Teil der deutschen Gesellschaft. Tag für Tag wird diese Gewalt in zig Fernsehfilmen gezeigt, ohne dass ein Verbot gefordert wird. „Auch die Hartz IV Gesetze bedeuten für Hunderttausende Kinder in Deutschland Gewalt, weil sie dadurch verarmen“, meint Schank. Dies belegen Studien des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Diakonischen Werkes. Wer für ein Konzertverbot bei Bushido ist, müsste folgerichtig auch für ein Verbot von Auftritten der Parteipolitiker sein, die diese Gesetze geschaffen haben. Während die frauenfeindlichen Gewaltphantasien bei Bushido auf der Bühne statt finden, sind die Lustreisen des VW Betriebsrates nach Brasilien ebenso Realität wie der Sextourismus vieler Deutscher nach Thailand und in andere asiatische Länder.

Hintergrundinformation: Die „Aktion 3. Welt Saar“ organisierte im Sommer 2005 mit dem DJ Günther Jacob drei Diskussionsrunden in Saarbrücken, Trier und Merzig zu Bushido.

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