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22.Dezember 2005 - Nr. 55

Zum Jahrestag der Tsunami-Katastrophe vom 26.12.2004:

Pause vom Tourismus vorgeschlagen. Bedürfnisse der Menschen vor Ort berücksichtigen. Ausmaß der Katastrophe durch Ferntourismus verschlimmert

„Ein Jahr nach der Tsunami-Katastrophe vom 26.12. 2004 ist es falsch, wieder zur touristischen Tagesordnung überzugehen. Deshalb schlagen wir eine Pause vom Tourismus vor und eine aktive Einbeziehung der Menschen vor Ort in den Wiederaufbau“, so Andrea Hense von der „Aktion 3.Welt Saar“. Bis heute wird gerne verschwiegen, dass die Zurichtung dieser Region für den Ferntourismus, wie zum Beispiel die Abholzung der Wellen brechenden Mangrovenwälder, die Zerstörungen durch den Tsunami verschlimmert hat.

Tourismus ist weit davon entfernt zu sein, neutral zu sein. So sinnvoll einerseits Reisen ist, so läuft gerade der Massen- und Ferntourismus Gefahr, die Wertigkeit der Menschen vor Ort auf die Rolle von emotionalen Dienstleistern zu reduzieren. „Die Euphorie des touristischen Wiederaufbaus, darf nicht dazu führen, dass die Lebensrealitäten von Flüchtlingen und Sexarbeiter /innen romantisiert oder gar ignoriert werden. Wir sind nicht prinzipiell gegen Tourismus, aber es wäre fatal, ein Jahr nach der Katastrophe immer noch über die zerstörerischen Auswirkungen des Tourismus hinweg zu sehen. Eine Pause vom Tourismus könnte allen Beteiligten die Möglichkeit geben, den Bedürfnissen der Menschen vor Ort mehr Gewicht zu geben und einen neuen Konsens zu finden im Umgang mit Natur und knappen Ressourcen“, so Andrea Hense. Tourismus hat sich weder als Wiederaufbauhilfe noch als Instrument zur Armutsbekämpfung bewährt. Im Gegenteil: Im Windschatten des Wiederaufbaus finden soziale Umstrukturierungen statt. Land wird enteignet, Strand- und Straßenhändler werden vertrieben, ganze Dörfer umgesiedelt.

„Die Menschen vor Ort stehen beim Wiederaufbau, von wenigen Ausnahmen abgesehen, meist im Abseits. „Ich halte allerdings nichts davon, ein „moralisches Reiseverbot“ zu erlassen. Wer in diese Region reist, sollte für diese soziale Ausgrenzung einen offenen Blick haben“, so Hense. Letztlich war der Tsunami hinsichtlich seiner Ausmaße eine unnatürliche Katastrophe, weil die natürlichen Schutzmechanismen deaktiviert wurden. Für den Tourismus wurden die Wellen brechenden Mangrovenwälder abgeholzt. Für den globalisierten Weltmarkt wurden Garnelenfarmen an den Küsten angelegt und Hotels für die Ferntouristen. Neben den Mangrovenwäldern wurden noch Korallen, Riffe und Sanddünen nivelliert, die ebenfalls einen natürlichen Schutz bildeten. Weitere Informationen: www.a3wsaar.de

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