Datei:2002-05-02 (25) PKK Verbot Terror.pdf

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2002-05-02_(25)_PKK_Verbot_Terror.pdf(0 × 0 Pixel, Dateigröße: 740 KB, MIME-Typ: application/pdf)

Nr. 25 / 2. Mai 2002

EU will PKK als Terror-Organisation einstufen: AKTION 3.WELT Saar gegen die Aufnahme der PKK auf Liste terroristischer Organisationen. Nicht die PKK übt Terror aus, sondern die Türkei: 3.500 zerstörte Dörfer. Politische Lösung der Kurdenfrage nur mit Kurden erreichbar

Als einen skandalösen Vorgang bewertet die AKTION 3.WELT Saar, das Vorhaben der Europäischen Union, die Kurdische Arbeiterpartei, PKK, auf die Liste der terroristischen Organisationen zu setzen. Wenn überhaupt gehört nicht die PKK auf diese Liste, sondern die Türkei, die in den letzten 15 Jahren mit großer Systematik über 3500 kurdische Dörfer zerstört hat. Die Initiative der EU hat mit Terrorbekämpfung nichts zu tun, sondern ist ein Signal dafür, dass Kurden und Kurdinnen von der Türkei weiter gezielt arm gehalten werden. Seit Jahrzehnten betrachtet die Türkei die kurdischen Gebiete als nationale Elendsregion, in denen Menschen gezielt der Zugang zu grundlegenden Ressourcen verwehrt wird.

Auch die flächendeckende Zerstörung kurdischer Dörfer durch die türkische Armee hat Hundertausende in die Flucht getrieben und auf Jahrzehnte einer funktionierenden landwirtschaftlichen Produktion den Boden entzogen. Die Einstufung als terroristische Organisation ist ein Signal dafür, dass Kurden und Kurdinnen weiterhin per Geburt zur Armut verurteilt sind. Mitarbeiter/ innen der AKTION 3.WELT Saar konnten sich in den vergangenen Jahren mehrfach vor Ort davon überzeugen, dass der türkische Teil Kurdistans ein reiches Land ist und unter anderem über die strategisch wichtigen Bodenschätze Öl und Wasser verfügt.

Die PKK hat bereits Anfang 1994 ihr Ziel, einen eigenen kurdischen Staat zu errichten, aufgegeben. In den vergangenen Jahren hat sie mehrfach konkrete Vorschläge für eine politische Lösung unterbreitet. Allein die Türkei und die mit ihr verbündeten NATO-Staaten wollen bis heute keine gerechte politische Lösung der Kurdenfrage. Vor zwei Jahren hat die PKK den bewaffneten Kampf eingestellt und sich Anfang April als politische Bewegung KADEK (Kongreß für Freiheit und Demokratie) neu organisiert. Eine Lösung der Kurdenfrage wird es nach Meinung der AKTION 3.WELT Saar nur mit und nicht gegen Kurden/innen geben. Zentral ist dabei eine gerechte Verteilung des materiellen Reichtums der Türkei. Die AKTION 3.WELT Saar betreut innerhalb der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) den Arbeitsschwerpunkt Türkei/ Kurdistan.

Gertrud Selzer

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